(ich gebs zu... diese Inhalte habe ich von Michaels Suzi-Seite "geklaut", jedoch sind die Aussagen für alle zutreffend)
| Um Ölqualitäten
besser zu unterscheiden, werden viele Angaben auf die Ölgebinde gedruckt.
Pflücken wir sie mal einzeln auseinander. SAE-Viskositätsklassen Viskosität ist sicher die bekannteste Eigenschaft und mit ihr wird die Fließfähigkeit des Öls angegeben, die sich aus der inneren Reibung ergibt. Sie bildete 1911 die Grundlage des ersten Motorenöl-Klassen-Systems und ist ein Maß für dessen Fähigkeit, ein gewisses Maß an Schubspannung zu ertragen. Je höher diese Schubspannung, desto langsamer fließt das Öl - es ist also "zäh". Die entsprechende Klassifikation wird als Zahlenwert angegeben, typischerweise von 5 - 90, der einem bestimmten Viskositätsbereich entspricht. 5 steht für ein dünnes Motorenöl und 90 für ein dickes Getriebeöl. Die Viskosität wird nach verschiedenen Verfahren bestimmt, auf die ich hier aber nicht näher eingehen will - das wäre doch zu heftig. Der Zahlenwert wurde übrigens mehr oder minder willkürlich von der SAE (Society of Automotive Engineers) definiert. Weil man schon beim wilden Bezeichnen war, dachte man sich auch gleich eine Einteilung in Winteröle und Sommeröle aus. "W" steht logischerweise für Winter. Gemessen wird die Viskosität bei unterschiedlichen Temperaturen und Geschwindigkeiten. Man unterscheidet man dabei zwei Messgrößen. Da ist zunächst die dynamische Viskosität, die unter Rotation gemessen wird und in "mPas" (früher "cP") angegeben wird. Sie wird für die Einteilung in Wintereröle (W) herangezogen. Die sogenannte kinematische Viskosität mit der Maßeinheit "mm²/s" (früher "cSt") wird in einer Durchlaufmessung bei 100 °C durch ein Röhrchen (Kapillare) gemessen und ist ein Maß für die Sommer-Viskositätsklassen. |
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Heavy Duty Als man etwa um 1941 herum von den bis dahin reinen Mineralölen ohne Additive zu den legierten Motorenölen überging, verwendete man die Abkürzung "HD" (Heavy Duty), um Motorenöle zu kenzeichnen, die mit Hilfe von Zusätzen für die schweren Beanspruchungen der US-Armee (MIL-Klassifikationeen) fit gemacht wurden. Heute in Zeiten der Chemiecocktails in allen Ölen, hat die Abkürzung aber keine Bedeutung mehr und wird kaum noch angegeben. Wer also ein "HD 30" Öl kauft, hat garantiert einen Ladenhüter erstanden. HTHS-Viskositätsklassen Neben den Winter- und Sommer-Viskositätsklassen gibt es noch die dynamische HTHS-Viskosität. HTHS bedeutet "High Temperature High Shear", wird bei 150°C gemessen und deckt damit die Beanspruchung der Motorenöle im hochbelasteten Lagerbereich ab. API-Klassierung In den 40er Jahren entwickelte das Amerikanische Petroleum Institute (API), parallel zu den MIL-Spezifikationen eine eigene Öl-Klassifikation, die zwischen S-Klassen (für Otto-Motoren) und C-Klassen (für den Diesel- bzw.Commercial-Bereich) unterscheiden. Auch für Zweitakter gab es genormte Prüfläufe, um das Leistungsverhalten der Öle zu beschreiben und über eine T- Klassierung einzuteilen. Der zweite Klassenbuchstabe gibt die Leistung des Öls an, wobei der höhere Buchstabe immer die vorhergehenden Standards einschließt.
Da die API-Klassen für Otto- und Dieselmotoren auf die USA ausgelegt
sind, läßt sich das System nur teilweise auf die europäischen
Motorenölqualitäten übertragen. Auch werden die in den API-Klassen genannten
Zweitakt-Motoren heute nicht mehr gefertigt, und die Angaben sind für
moderne Zweitaktmotoren nicht mehr anwendbar. Trotzdem werden sie noch oft
angegeben.
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Weil bei den API- und ACEA-Klassifikationen es den Schmierstoffhersteller
selbst überlassen ist, wie sie ihre Öle testen, haben sich die
Fahrzeughersteller teilweise ein eigenes Freigabesystem ausgedacht:
BMW-Klassierung
BMW verwendete das ACEA A3/B3-Profil als Mindestqualitätsanforderung. Um aber
die Einschränkung im Temperatureinsatz zu erweitern, lässt BMW heute nur Öle
gemäß einer BMW-Spezialöl-Freigabe (Longlife-Öl-Liste) zu, die einen speziellen
Freigabelauf bestanden haben.
Daimler Benz-Klassierung
Seit 1997 hat auch Daimler Benz ein Freigabesystem für alle Pkw-, Otto- und
Dieselmotoren, das in der Betriebsstoffvorschrift Blatt 229.1 festgehalten ist,
die auf Basis der ACEA A2/B2 bzw. ACEA A3/B3 erarbeitet wurde. Logisch, dass
Daimler Benz hinsichtlich bestimmter Motorenteste auch verschärfte Anforderungen
hat.
Volkswagen-Klassierung
Für Öle existierten schon eine Weile die VW-Normen 500 00 und 501 01, die nach
wie vor bei bestimmten Dieselölen Gültigkeit haben und oft bei Ölen angegeben
werden.
Seit Anfang 1997 werden Otto-Motorenöle nur nach der neuen Norm 502 00
freigegeben, die die Entwicklung von Motorenölen mit verlängerten
Wechselintervallen unterstützen sollten. Alte 15W-40 oder 10W-40 Öle schaffen
die 502 00 daher nicht.
Für das Modelljahr 2000 ließ VW nur Öle nach der Norm 503 00 für Otto- und 506
00 für Dieselmotoren zu, die lange Ölwechselintervalle ermöglichen.
Porsche-Klassierung
Die Freigabe basiert auch auf dem ACEA A2/A3 Profil und prüft zusätzlich die Öle
in einem 911er-Motor.
JASO-Klassierung
Ist eine moderne Zweitakter-Klassierung. In der JASO (Japanese Automobile
Standard Organisation) sind die japanischen Zweitaktmotoren-Hersteller vertreten
und definieren die momentan schärfsten Anforderungen an Zweitaktmotorenöle. In
die Klassierung gehen Beurteilungskriterien wie Motorensauberkeit,
Schmierfähigkeit, Zusetzen des Auspuffsystems und Reduzierung von Abgasrauch
ein.
ISO-Klassierung
Zur Zeit wird an einem eigenen europäischen Klassifikationssystem für moderne
Zweitakter gearbeitet. Es gibt zwei Klassen (EGB und EGC), die sich an den
entsprechenden JASO-Klassen orientieren und eine dritte Klasse (EGD), die für
deutlich höhere Motorleistungen gedacht ist.
NNMA-Klassierung
Wassergekühlte Zweitakt-Außenbordmotoren benötigen spezielle Zweitaktmotorenöle.
Daher hat die NMMA (National Marine Manufacturer Association) besondere
Prüfverfahren erarbeitet. Die entsprechenden Klassen sind BIA TC-W, API TCW und
seit 1996 NMMA TC-WII. Für heutige Motoren gibt es Öle nach NMMA TC-W3.