Super, Normal, verbleit,
Bleizusatz,......
immer die gleichen Fragen und die selben diffusen Aussagen
(ich gebs zu... diese Inhalte habe ich von
Michaels Suzi-Seite
"geklaut", jedoch sind die Aussagen für alle zutreffend)
| "Benzingespräche" am Stammtisch
drehen sich manchmal tatsächlich um Kraftstoff. Und die landläufige Meinung
ist, dass Super-Kraftstoff immer besser als Normal-Kraftstoff ist. So ist es
eine beliebte "Tuningmaßnahme", mit Super zu fahren und ein wenig mehr
Motorleistung herauszukitzeln. Um die Wirkung des teuren Saftes etwas besser einzuschätzen, sollten wir uns ein wenig mit seinen Innereien und Eigenschaften beschäftigen. Aus Öl wird Benzin Benzin wird durch Destillation, einem thermischen Verfahren, aus Rohöl gewonnen. Dabei entstehen eine Vielzahl Kohlenwasserstoff-Bausteinen. Man spricht auch von Alkanen. Sie reichen vom einzelnen Kohlenwasserstoffmolekül (Methan), über n-Heptan bis zu einer langen Kette von Molekülen (Isooktan). Jede dieser Verbindungen hat verschiedene Eigenschaften bei der Verbrennung unter hohem Druck und hoher Temperatur. So reagieren sie auch unterschiedlich hinsichtlich der Klopffestigkeit. Verbrennen oder Klopfen? Normalerweise wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch durch den Zündfunken entzündet und brennt in einer mehr oder minder gesteuerten Flammenfront ab (mehr dazu hier). Beim "Klopfen" wird nicht verbrannt, sondern das Gemisch detoniert unkontrolliert. Dies passiert, wenn es meist kurz vor der eigentlichen Zündung zu einer spontanen chemischen Reaktion mit dem Sauerstoff kommt. Der beschriebene Vorgang ist also eine "Selbstentzündung", die irgendwo in der Verbrennungskammer anfängt, sehr heftig abläuft und bei der der Kolben noch in der Aufwärtsbewegung der Pleuelstange gegen diese gepresst wird. Die Detonation wird dann als tickendes oder gar klopfendes Geräusch gehört und steigert den Verbrennungsdruck weit über die normalen Werte. Kein Wunder also, das Kolben, Pleuel und die Lager dabei über Gebühr belastet werden. Kurzfristiges "Beschleunigungsklopfen" ist relativ ungefährlich, aber länger andauerndes Klopfen im Hochgeschwindigkeitsbereich wird oft überhört und kann schwere Motorschäden hervorrufen. Die Kräfte können so groß werden, dass kleine Stücke aus der Kolbenoberfläche herausgerissen werden. Klopfen wird durch viele Faktoren beeinflusst - durch Kompression, Temperatur, Ölkohleablagerungen und natürlich auch durch einem Kraftstoff mit nicht ausreichender Klopffestigkeit. Kraftstoff ist ein Mix Wie oben beschrieben, reagieren die Molekülketten im Kraftstoff ganz unterschiedlich. Iso-Oktan ist besonders träge und neigt am wenigsten zu Selbstentzündung, während n-Heptan richtig explosiv ist. Am besten wäre es also, den Kraftstoff ganz aus Iso-Oktan herzustellen, aber leider ist dieser Stoff eher selten nach der Destillation zu finden und so wäre solch ein Kraftstoff auch sehr teuer. Daher vermischt man Oktan mit den anderen Kohlenwasserstoffketten (z.B. Methan, n-Heptan, Trimethylpentan), um so einen preiswerteren Kraftstoff zu erhalten, der dennoch für die meisten Motoren ausreichend ist. Aber das Geheimnis für einen klopffesten Sprit ist zunächst mal der Gehalt an (Iso-)Oktan oder auch anderen Zusätzen. Leider sind diese Antiklopfmittel, z.B. Bleitetraethyl oder auch Benzol und dessen Derivate, entweder krebserregend oder schlicht giftig und wurden teilweise verboten. Mit diesen Zusätzen können Oktanzahlen von über 100 erreicht werden. Daneben werden bei Marken-Kraftstoffen Zusätze beigefügt, die einen verbesserten Korrosionsschutz im Kraftstoffsystem bieten und die Ablagerungen in Einspritzpumpen, Ansaugkanälen oder auf Einlassventilen verhindern sollen. Die Oktanzahl Schon früh definierte man ein Maß für die Klopffestigkeit - die Oktanzahl. Je stärker verzweigt die Kohlenwasserstoffverbindungen sind, desto höher ist deren Oktanzahl. n-Heptan hat eine Oktanzahl 0, ist also ist sehr klopffreudig. Trimethylpentan und Iso-Oktan haben jeweils die höchste Oktanzahl von 100. ROZ bedeutet "Research-Oktanzahl" und ist in Europa üblich. Um den Wert zu ermitteln, wird der zu testende Kraftstoff mit einer Mischung aus Iso-Oktan und n-Heptan über einen international genormten Test, dem sogenannten "CFR-Prüfverfahren" verglichen. Das passiert mit einem Einzylinder-Norm-Motor bei konstanter Zündeinstellung und Verdichtung, einer Drehzahl von 600 U/min und einer Einlass-Lufttemperatur von 52 °C. In einem ersten Schritt wird ermittelt, bei welcher Verdichtung der Motor mit dem Kraftstoff zu klopfen beginnt. Dann wird bei gleichen Bedingungen ein Iso-Oktan-n-Heptan-Gemisch in seinem Verhältnis so lange verändert, bis das gleiche Klopfverhalten auftritt. Ist beispielsweise 95 % Iso-Oktan vorhanden, ist die Research-Oktanzahl des getesteten Kraftstoffes gleich 95 ROZ. MOZ bedeutet "Motor-Oktanzahl" oder auch "Mechanische Oktanzahl" und ist die US-Variante. Hier werden beim Norm-Motor härtere Bedingungen angelegt, nämlich 300 U/min mehr, eine automatisch verstellbare Zündeinstellung sowie eine Gemischvorwärmung auf immerhin 149 °C. Dadurch ist die MOZ immer niedriger als die ROZ. In manchen Ländern wird auch der Mittelwert aus ROZ und MOZ, also (ROZ + ROZ)/2 angegeben. SOZ ist die "Straßen-Oktanzahl" und wird unter besonders harten und realistischen Bedingungen auf die Straße gemessen, bei denen der Kraftstoff seine Leistungsreserven beweisen muss. Ein Test wird bei gleich bleibend hoher Drehzahl und bei Vollgas gefahren. Auch der SOZ-Test ist international genormt, so dass die Ergebnisse vergleichbar sind. Typische Kraftstoffe in Europa sind ... das "Normalbenzin" mit mindestens 91,0 ROZ / 82,5 MOZ, das "Eurosuper" mit mindestens 95,0 ROZ / 85,0 MOZ, und schließlich das "SuperPlus" mit 98,0 ROZ / 88,0 MOZ. Alle Kraftstoffe sollten nur etwa 0,6 - 1,5 % Benzol enthalten und einen Schwefelgehalt von max. 50 mg/kg. Was unsere GS-Motoren also brauchen... In den Bedienungsanleitungen der meisten GS-Modelle empfiehlt Suzuki: "Tanken Sie Benzin mit 90 oder mehr Oktan (Versuchsmethode), möglichst bleifrei oder mit geringem Bleigehalt." Dabei steht "Versuchsmethode" für den ROZ-Wert und heißt, dass unsere Suzukis durchaus mit Normal zufrieden sind - in den meisten Fällen jedenfalls. Bei hohen Temperaturen, sehr sportlicher Fahrweise, langer Autobahnhetze oder bei alternden Motoren mit viel Rückständen im Verbrennungsraum kann es leichter zum Klopfen kommen. Dann ist Super-Kraftstoff die richtige Wahl. Blei im Sprit oder andere Benzinzusätze sind aber nicht erforderlich. Hochoktanige Kraftstoffe erhöhen auch nicht die Leistung des Motors, sie können lediglich mit höherer Kompression und Leistung besser umgehen. Alles andere sind Ammenmärchen. Man sollte nur darauf achten, bei einer Tankstelle zu tanken, bei der man auf gleichbleibende Qualität vertrauen kann - denn leider wird Sprit manchmal genauso gepanscht wie schlechter Wein. |